"Loading..."

§11 & Zertifizierung

Zertifizierung durch die Tierärztekammer

S

eit Mai 2007 gibt es in Deutschland die Möglichkeit, sich als Hundetrainer zertifizieren zu lassen. Diese Prüfungen zur Zertifizierung werden durch die Tierärztekammern unterschiedlicher Bundesländer durchgeführt. In meinem Fall wurde ich im Jahre 2011 von Frau Dr. Dorit Feddersen-Petersen, Herrn Dr. Pasquale Piturru und Herr Michael Grewe im Auftrage der Tierärztekammer Schleswig-Holstein erfolgreich geprüft. Das Bestehen der Prüfung zum Erlangen der Zertifizierung durch die Tierärztekammern setzt, für einen Hundetrainer, ein hohes Maß an Fachwissen und viel praktische Erfahrung voraus und bildet somit eine Art Qualitätssiegel. Zu Erhalt der Zertifizierung muss jeder zertifizierte Hundetrainer sich mindestens einmal im Jahr durch eine wissenschaftlich fundierte Fortbildung, über mindestens zwei Tage, weiterbilden und diese Fortbildung(en) der Tierärztekammer vorlegen.

WOZU DAS GANZE?
Die Zertifizierung dient in erster Linie dir, als Hundehalter, als Orientierungshilfe bei der Suche einer ausgezeichneten Hundeschule. Gleichzeitig verweisen aber auch Behörden und andere Institutionen auf zertifizierte Hundetrainer oder greifen bei Bedarf auf sie zurück.




§ 11, ABS. 1, 8F TIERSCHG (Veterinäramt)

S

eit 01.08.2014 ist im § 11, Abs. 1, 8f des deutschen Tierschutzgesetztes eine Erlaubnispflicht für die gewerbsmäßige Ausbildung von Hunden für Dritte und die Anleitung der Tierhalter zur Ausbildung von Hunden festgelegt.

Der Gedanke dahinter ist ein guter, denn bisher konnte sich jedermann Hundetrainer nennen und als solcher gewerblich auftreten, da der Beruf „Hundetrainer“ nicht geschützt ist.

Mit dem § 11 wurde dieser Zustand beendet, denn wer seit dem 01.08.2014 weiterhin gewerblich als Hundetrainer arbeiten möchte, muss über erforderlich Kenntnisse, Fähigkeiten und Zuverlässigkeit verfügen. Ganz ähnlich wie bei der Zertifizierung durch die Tierärztekammer. Der §11 Schein ist allerdings der Zertifizierung übergeordnet, d.h. das ein ma nur mit einem §11 Schein als Hundetrainer arbeiten darf - die Zertifizierung alleine reicht nicht.

Leider gibt es in der Umsetzung dieser Erlaubnispflicht sehr viele Lücken. Es gibt keine einheitlichen Prüfungen für die Hundetrainer, keine einheitlichen Richtlinien und keine einheitlichen Gebühren. Jedes Bundesland und jeder Landkreis regelt die Erlaubnispflicht irgendwie selbst und häufig ohne System. Dabei fallen derzeit viele gute Trainer durch das Raster, die schon sehr lange Berufserfahrung, sehr gute Arbeit leisten, denen aber z. B. das theoretische Wissen fehlt, um die Prüfung im Rahmen der Erlaubnispflicht nach § 11 zu bestehen. Gleichzeitig bestehen aber weniger gute Hundetrainer die Prüfung, weil beim zuständigen Veterinäramt die Messlatte tiefer hängt.





Und nun?

V

erwirrt? Das können wir gut verstehen deshalb sagen wir: Ein guter Hundetrainer hat viel Fachwissen und kann das Wissen vor allem verständlich weitergeben. Ein guter Hundetrainer schaut sich immer jedes Mensch-Hund-Team individuell an und wird dann entsprechend beraten und arbeiten. Ein guter Hundetrainer ist einfühlsam und hat immer verschiedene Konzepte bereit (klappt Plan A nicht, dann vielleicht Plan B oder Plan C). Ein guter Hundetrainer kennt seine Grenzen und gibt diese ehrlich zu und ein guter Hundetrainer arbeitet ehrlich und fair.

Wichtig:

Wenn zwischen dir und deinem Hundetrainer die Chemie nicht stimmt, du nicht offen mit ihm reden kannst oder deine Wünsche oder Kritiken kein offenes Ohr finden, dann ist es Zeit zu gehen. Hundetraining funktioniert nur, wenn alle Rahmenbedingungen stimmen. Dazu gehört auch, wie deine Stimmung dabei ist und die kann nicht gut sein, wenn zwischen dir und deinem Trainer etwas steht – und damit meinen wir nicht deinen Hund …




Paragrafen und Erlaubnisscheine haben im Hundetetraining kaum eine Bedeutung, da sie rein auf theoretischem Wissen basieren können. Sie weisen lediglich in eine gute Richtung.

– Sebastian Crantz